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Elisabeth-Norgall-Awardee 2011
Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-Bickel

Seit Ausbruch des Bosnienkrieges 1992 setzt Frau Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir- Bickel ihre Kräfte und Mittel für die Hilfe von Frauen ein, die im Krieg misshandelt, vergewaltigt und in die Flucht oder Armut getrieben wurden. Im Rahmen ihrer uneigennützigen Tätigkeit gründete sie den Verein „Biser Wiesbaden e.V.“, der das Ziel hat, traumatisierten bosnischen Frauen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen. Maria Eugenia von Stein-Lausnitz Chairperson Norgall-Committee.

Für ein Leben in Würde

Unsere diesjährige Norgall-Preisträgerin, Frau Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-Bickel, setzt sich seit 1992 unermüdlich für die Belange von Frauen ein, die während des Bosnien-Kriegs misshandelt, vergewaltigt und in die Flucht oder Armut getrieben wurden.

Sie wurde in Reykjavik, Island, geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Latein, unterrichtete am Lehrerseminar in Reykjavik, war Lehrerin am Gymnasium von Laugarvatn, Island, und arbeitete bis 1983 für den isländischen Rundfunk. Im Rahmen eines Zweitstudiums widmete sie sich den Fächern Geschichte und Politologie, in welchem sie 1995 promovierte. Seitdem erhielt sie diverse Lehraufträge an der Universität Reykjavik. Sie veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen in Fachzeitschriften in Island zu den Themen der frühen Neuzeit.

1975 zog sie nach Wiesbaden. Sie ist mit Herrn Christian Bickel verheiratet und Mutter von zwei Kindern.

Als Mitinitiatorin des Vereins „Frauen in Schwarz Wiesbaden“ (1992) hielt sie regelmäßig wöchentliche Mahnwachen ab, um gegen die Massenvergewaltigungen von Frauen in Bosnien zu protestieren. Sie organisierte Kleidersammlungen und Sach- sowie Geldspenden, um der notleidenden Bevölkerung in der belagerten Stadt Sarajevo zu helfen.

Unterstützt wurde sie hierbei seitens des Verteidigungsministeriums. Für alle diese Aktionen stellte sie selbstlos nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern beispielsweise auch ihre Wohnung zur Verfügung.

Auf ihre Anregung hin wurde der Verein "Biser Wiesbaden e.V." gegründet, der zum Ziel hat, traumatisierten bosnischen Frauen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, ihnen eine
Unterkunft zu stellen, sie psychologisch und juristisch zu betreuen und ihnen eine Zukunftschance zu eröffnen. Seit der Gründung ist sie ehrenamtliche Vorsitzende und setzt sich geduldig, tatkräftig und gewissenhaft für die Arbeit des Vereins und der Einrichtung und Betreibung der drei Frauenzentren in Sarajevo, Travnik und Tuzla ein.

Auch für den Verein stellte sie selbstlos eigene Räumlichkeiten zur Verfügung und finanzierte mit ihren eigenen Mitteln den Kauf eines Schulungshauses in Sarajevo. Durch ein von ihr geschaffenes Netzwerk von engagierten Frauen in Bosnien ist die Nachhaltigkeit der Projekte gesichert.

Durch ihr unermüdliches Engagement erreichte sie, dass das Land Hessen den Kauf eines Hauses in Tuzla finanzierte. Auch die Förderung von anderen Projekten durch das Land Hessen konnte nur durch ihre Aktivität ermöglicht werden.

Gegenwärtig werden die Kosten der Zentren durch Zuschüsse des Auswärtigen Amtes getragen. Sie sammelt weiterhin sehr erfolgreich und engagiert Zuschüsse für die Bildungsarbeit und den Demokratisierungsprozess in Bosnien, unter anderem bei der EU, unterschiedlichen deutschen Institutionen und Einzelpersonen, der isländischen Regierung und Notenbank.

Ihr größtes Anliegen ist es, dass Frauen - egal in welchen Teilen der Welt - ein gewaltfreies, eigenständiges und gleichberechtigtes Leben ausüben können. Gerade in Bosnien eine Herausforderung mangels Mitteln und Angeboten.

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