Regular Meeting im Oktober 2020

Nach der Ehrung unserer langjährigen Clubmitglieder am 14. Oktober verglich Andrea Jürges, Vizedirektorin des Deutschen Architektur Museums, das heutige Bild des Stadtverkehrs in Frankfurt mit Großstädten wie Paris, London, Madrid oder Kopenhagen, in denen alternative Verkehrskonzepte bereits umgesetzt wurden. Sie stellte die Frage, in welcher Art Stadt wir morgen wohnen und leben möchten und wie wir Platz für individuelle Aufenthaltsmöglichkeiten innerhalb der Stadt schaffen können.

In vielen Städten wird dem Autoverkehr immer noch zu viel Raum eingeräumt; durch breite Straßen und zu viele Parkplätze. Dies geht zu Lasten der Lebensqualität. Eine Reduktion der Autos in den Innenstädten, das zeigt z.B. Madrid, schwächt nicht den Einzelhandel, sondern generiert mehr Umsatz, weil Menschen sich vermehrt in den beruhigten Zonen aufhalten und die neu gewonnene Fläche alternativ nutzen.

Die Zukunft unserer Mobilität muss, so Andrea Jürges, ganzheitlich überdacht werden. Statt individueller Pläne für Auto, Fahrrad, ÖPN und Fußgänger, sollte eine vernetzte Planung, unter Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer, erfolgen.

Die vorhandene Infrastruktur sollte so genutzt werden, dass die verschiedenen Fortbewegungsarten ungehindert parallel laufen können, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Der Umstieg von der Nutzung des eigenen Automobils auf Car-Sharing, Fahrrad / E-Bikes und ÖPN benötigt unbedingt einen Mehrwert: pünktliche und häufige Bus- und

Bahnverbindungen auch in Randzeiten und in die Außenbezirke sowie eine schöne

Gestaltung von autofreien Straßen hin zu „Aufenthaltsräumen“ sind ein „Muss“, wenn die Veränderungen im Straßenverkehr und der Verzicht auf das eigene Auto akzeptiert werden sollen.

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