Regular Meeting im Januar 2021 via Zoom

„Fashion for Future“

Nach der Begrüßung langjähriger Mitglieder durch die Präsidentin Dr. Sabine LangHeinrich-Bartsch stellte sie Alexandra Karentzos, Professorin für Mode und Ästhetik vor mit dem Projekt "Fashion for Future".

Der Vortrag begann mit zwei spannenden Fragen: Wie hat sich die Mode entwickelt ? Und wie sieht die Zukunft der Mode aus?

In den 1960er Jahren verhalf Polyester, ein synthetisch hergestelltes Material auf Erdölbasis, Textilien knitterfrei und kostengünstig in großer Zahl und Variation herzustellen.

Allegorie einer deutschen Frau, die sich nicht entscheiden kann, was sie anziehen soll. Sie steht eingehüllt in die Deutschlandfahne auf einem Kleiderberg und ruft: "Ich habe nichts anzuziehen!"
Auf der einen Seite wird hier ein klassisches Klischee angesprochen, andererseits spielt dieses Klischee auf den Modekonsum an: Im Schnitt kauft jeder Deutsche 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr, davon werden allerdings nur 60 Prozent getragen.

Der Rest landet im Müllcontainer oder Mülleimer. Die meisten Altkleider landen in Ländern wie Uganda, Kenia und Tansania und werden zum größten Teil auf den afrikanischen Märkten verkauft. Dadurch wurde die Textilindustrie, die in den 1970er Jahren ein wichtiger Wirtschaftszweig besonders in Ostafrika war, mit Altkleidern aus reichen Staaten überschwemmt und weitgehend zerstört. Die heutige Massenproduktion ist eng verknüpft mit der Globalisierung: Ca. 90 Prozent unserer Textilien kommen aus Asien, vor allem aus China, Indien und Bangladesch. Der größte Gewinnanteil landet allerdings in Europa bzw. in den westlichen Gesellschaften, während die überwiegend weiblichen, heimischen Textilarbeiterinnen vielfach in sehr schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen leben und Kinderarbeit selbstverständlich ist.

Es fehlen wichtige Klärwerke, die Chemikalien aus der Industrieproduktion gelangen ungefiltert ins Wasser - die Färbung der Flüsse macht dies besonders deutlich.

Kann es so weitergehen? Wie sieht die Zukunft aus? Immer mehr Modefirmen versuchen sich umweltfreundlicher und verantwortungsbewusster zu zeigen.

Hilfe bekommen sie von Dienstleistern, die Netzwerke anbieten, die Modefirmen beraten und sie zum Beispiel auf Recycling- oder Sortierbetriebe oder mit Hilfe einer Materialdatenbank auf nachhaltige Produkte hinweisen.

Erfolgreich arbeiten die nachhaltig produzierenden Textilunternehmen mit z.B. Ananasfasern und Zitrusfrüchten. Auch Produkte aus Leinen und Flachs werden wieder stärker genutzt.

Dieser spannende Vortrag mit zahlreichen Bildern verdeutlichte uns, dass jeder Einzelne etwas tun kann, wenn er nur will! Und dass man schöne, elegante, kreative und nachhaltige Mode schaffen kann!

 

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