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Regular Meeting September 2019

Die jährliche Mitgliederversammlung mit Berichten und Entlastungen des vorjährigen Vorstandes fand im September-Meeting statt.

Am 11. September 2019 hatten wir das Vergnügen, den brillanten Vortrag zum Thema „Deutsch-amerikanische Freundschaft?“ von Dr. Ingrid Gräfin zu Solms-Wildenfels hören zu dürfen.

Als Ehrenvorsitzende der Steuben-Schurz-Gesellschaft, deren Anliegen es ist, die deutsch-amerikanische Freundschaft zu stärken, beleuchtete sie zunächst die geschichtlichen Beziehungen zwischen Deutschen und Amerikanern. 50% der Einwanderer im 19. Jahrhundert waren deutscher Abstammung, so dass in der amerikanischen Mentalität viel deutsches Denken zu finden ist. Die Namensgeber der Steuben-Schurz-Gesellschaft sind beide deutscher Abstammung und hochgeehrte Väter des geeinigten Amerika. Auch in der Hitlerzeit wanderten viele deutsche Juden – wie Henry Kissinger- in die USA aus. 70 -80 Millionen Amerikaner haben heute deutsche Wurzeln.

Im 20. Jahrhundert stieg Amerika durch die beiden Weltkriege zur Supermacht, die der Weltordnung ihre Herrschaft aufdrückte, auf. Durch den Marshallplan und die Luftbrücke, die für Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg lebensnotwendig waren, entwickelte sich in Deutschland ein besonderes Verhältnis, eine Art „Verklärung“ zu Amerika, das nicht nur den gemeinsamen politischen Interessen geschuldet war, sondern besonders den persönlichen Verbindungen -people to people – und dem „american way of life“.

Demokratie, Freiheit, Frieden und Rechtsstaatlichkeit sind wesentliche Errungenschaften, die durch die Amerikaner in Deutschland Einzug hielten.

Der 2+4-Vertrag (1990) markiert das Ende der Nachkriegszeit und gilt als maßgeblicher diplomatischer Beitrag zur Friedensordnung in Europa. (Weltkulturerbe)

Die Amerikaner verließen Deutschland, das Verhältnis änderte sich.

Gräfin zu Solms kam zu der Schlussfolgerung, dass die „rosarote Brille der Romantik“ zwar abgesetzt sei, die gemeinsamen politischen Interessen aber immer noch stark seien und ein gutes politisches Bündnis unverrückbar. Egal aber auch wie die Politik ticke, das Wichtigste seien die persönlichen Freundschaften zwischen Menschen in Deutschland und Amerika.

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