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Regular Meeting im September 2018

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Im September-Meeting fand die jährliche Mitgliederversammlung mit Berichten und Entlastungen des vorjährigen Vorstandes statt. Danach stellte Susanne Held, Chairperson Internet, die neue Webseite des Clubs vor.

Dr. Dorothee Linnemann, Historikerin und Ausstellungskuratorin im Historischen Museum Frankfurt, fesselte anschließend die Mitglieder mit einem spannenden Beitrag zum Thema „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht“.

Vor hundert Jahren durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen! Ihr Fokus war aufdie Frauen gerichtet, die zur Entstehung der Weimarer Republik und zur Einführung des Frauenwahlrechts 1918/1919 in Deutschland mitgewirkt haben.

Was uns heute selbstverständlich erscheint, musste hart erkämpft werden. Dorothee Linnemann stellte einige dieser Vorkämpferinnen vor, die sich seit Mitte des 19.Jahrhunderts für das aktive und passive Frauenstimmrecht einsetzten. Sozialistinnen führten im März 1911 den Internationalen Frauentag als "Kampftag für das Frauenstimmrecht“ ein. Und die Novemberrevolution 1918 ebnete den Weg für die deutsche Demokratie.

Mit der Einführung des Frauenwahlrechtes konnten alle Frauen und Männer ab 20 Jahren mit Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts durch gleiche, geheime und direkte Wahl ihre Politiker*innen in die Weimarer Nationalversammlung wählen und sich selbst als Kandidaten/innen aufstellen lassen.

Dorothee Linnemann ging auch auf die Rolle der Frauen in Frankfurt ein, denn mit einem der größten Frauenstimmrechtsvereine des Kaiserreichs war Frankfurt ein wichtiges Zentrum der deutschen Frauenbewegung.

In ihrem Ausblick betonte Frau Linnemann, dass es, trotz der im Zuge der Reformbewegung erreichten Errungenschaften, im Hinblick auf aktuelle Gleichstellungsdebatten und Emanzipationsbewegungen nach wie vor viel zu tun bzw. zu verändern gibt: Nur 36% aller Parlamentarier sind Frauen, Frauen verdienen im Schnitt 18% weniger als die Männer und sind wesentlich stärker von Altersarmut und sexualisierter Gewalt bedroht.

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