|
Elisabeth-Norgall-Preis 2011:
Frau Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-Bickel
um Gedenken an Elisabeth Norgall wird alljährlich
im März der "Elisabeth-Norgall-Preis" an eine Frau verliehen,
die sich für die Probleme und Belange von Frauen und Kindern einsetzt.
Seit 1978 werden abwechselnd eine Deutsche und eine Ausländerin
ausgezeichnet.
| |
Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-Bickel
Für eine größere Darstellung bitte
das Bild anklicken
|
Seit Ausbruch des Bosnienkrieges
1992 setzt Frau Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-
Bickel ihre Kräfte und Mittel für die Hilfe
von Frauen ein, die im Krieg
misshandelt, vergewaltigt und in die
Flucht oder Armut getrieben wurden.
Im Rahmen ihrer uneigennützigen
Tätigkeit gründete sie den Verein „Biser Wiesbaden e.V.“, der das Ziel hat, traumatisierten
bosnischen Frauen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.
Maria Eugenia von Stein-Lausnitz
Chairperson Norgall-Committee.
Für ein Leben in Würde
Unsere diesjährige Norgall-Preisträgerin, Frau Dr. Vilborg Ìsleifsdóttir-Bickel, setzt sich seit
1992 unermüdlich für die Belange von Frauen ein, die während des Bosnien-Kriegs
misshandelt, vergewaltigt und in die Flucht oder Armut getrieben wurden.
Sie wurde in Reykjavik, Island, geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Latein,
unterrichtete am Lehrerseminar in Reykjavik, war Lehrerin am Gymnasium von Laugarvatn,
Island, und arbeitete bis 1983 für den isländischen Rundfunk. Im Rahmen eines
Zweitstudiums widmete sie sich den Fächern Geschichte und Politologie, in welchem sie
1995 promovierte. Seitdem erhielt sie diverse Lehraufträge an der Universität Reykjavik. Sie
veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen in Fachzeitschriften in Island zu den Themen
der frühen Neuzeit.
1975 zog sie nach Wiesbaden. Sie ist mit Herrn Christian Bickel verheiratet und Mutter von
zwei Kindern.
Als Mitinitiatorin des Vereins „Frauen in Schwarz Wiesbaden“ (1992) hielt sie regelmäßig
wöchentliche Mahnwachen ab, um gegen die Massenvergewaltigungen von Frauen in
Bosnien zu protestieren. Sie organisierte Kleidersammlungen und Sach- sowie
Geldspenden, um der notleidenden Bevölkerung in der belagerten Stadt Sarajevo zu helfen.
Unterstützt wurde sie hierbei seitens des Verteidigungsministeriums. Für alle diese Aktionen
stellte sie selbstlos nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern beispielsweise auch ihre Wohnung
zur Verfügung.
Auf ihre Anregung hin wurde der Verein "Biser Wiesbaden e.V." gegründet, der zum Ziel hat,
traumatisierten bosnischen Frauen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, ihnen eine
Unterkunft zu stellen, sie psychologisch und juristisch zu betreuen und ihnen eine
Zukunftschance zu eröffnen. Seit der Gründung ist sie ehrenamtliche Vorsitzende und setzt
sich geduldig, tatkräftig und gewissenhaft für die Arbeit des Vereins und der Einrichtung und
Betreibung der drei Frauenzentren in Sarajevo, Travnik und Tuzla ein.
Auch für den Verein stellte sie selbstlos eigene Räumlichkeiten zur Verfügung und
finanzierte mit ihren eigenen Mitteln den Kauf eines Schulungshauses in Sarajevo. Durch ein
von ihr geschaffenes Netzwerk von engagierten Frauen in Bosnien ist die Nachhaltigkeit der
Projekte gesichert.
Durch ihr unermüdliches Engagement erreichte sie, dass das Land Hessen den Kauf eines
Hauses in Tuzla finanzierte. Auch die Förderung von anderen Projekten durch das Land
Hessen konnte nur durch ihre Aktivität ermöglicht werden.
Gegenwärtig werden die Kosten der Zentren durch Zuschüsse des Auswärtigen Amtes
getragen. Sie sammelt weiterhin sehr erfolgreich und engagiert Zuschüsse für die
Bildungsarbeit und den Demokratisierungsprozess in Bosnien, unter anderem bei der EU,
unterschiedlichen deutschen Institutionen und Einzelpersonen, der isländischen Regierung
und Notenbank.
Ihr größtes Anliegen ist es, dass Frauen - egal in welchen Teilen der Welt - ein gewaltfreies,
eigenständiges und gleichberechtigtes Leben ausüben können. Gerade in Bosnien eine
Herausforderung mangels Mitteln und Angeboten.
Frühere Preisträgerinnen
| 2010 |
» Doris Kliehm
(D) |
| 2009 |
» Lotti Latrous
(CH) |
| 2008 |
» Schwester Monika (D) |
| 2007 |
» Elena
Mereacre (MD) |
| 2006 |
» Stella Deetjen (D) |
| 2005 |
Aicha Ech-Channa (MA) |
| 2004 |
Margarete von der Borch (D) |
| 2003 |
Brigitte Pleyer (A) |
| 2002 |
Sybille Schnehage (D) |
| 2001 |
Anne Wanjugu (Kenia) |
| 2000 |
Sabriye Tenberken (D) |
| 1999 |
Dr. h.c. Gertrud Bärtschi (CH) |
| 1998 |
Jutta W. Thomasius (D) |
| 1997 |
Donka Paprikova (BG) |
| 1996 |
Wera Röttgering (D) |
| 1995 |
Diana Morales (PE) |
| 1994 |
Maria von Welser (D) |
| 1993 |
Aicha Belarbi Alaoui (MA) |
| 1992 |
Dr. Kerstin Schön (D) |
| 1991 |
Dr. Zahira H. Abdin (ET) |
| 1990 |
Monika Ceglarz (D) |
| 1989 |
Nevâl Gültekin (TR) |
| 1988 |
Liesel Christ (D) |
| 1987 |
Sr.Maria do Divino Redentor (P) |
| 1986 |
Charlotte Hesser (D) |
| 1985 |
Dr. Anitra Karsten (SF) |
| 1984 |
Ursula Schmidt (D) |
| 1983 |
Dr. Krystyna Graef (PL) |
| 1982 |
Brigitte Pross (D) |
| 1981 |
Prinzessin Margaret von Hessen und
bei Rhein (GB) |
| 1980 |
Pia Näbauer (D) |
| 1979 |
Maci MacCormack (USA) |
| 1978 |
Rosemarie Wolf-Almanasreh (D) |
|